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Naila: Die örtlichen Ärzte vergleichen ihre Patientendateien.
Lesen Sie hier was dabei rausgekommen ist.
Mobilfunk kann krank machen. Dies glaubt der Nailaer
Arzt Dr. Horst Eger mit einer Studie beweisen zu können, die
er zusammen mit anderen Ärzten in Naila erarbeitet hat. Jetzt
stellte er seine Ergebnisse, über die unsere Zeitung bereits
kurz berichtet hat, der Öffentlichkeit vor. - Das Interesse
war sehr groß -
NAILA – Dr. Eger und seine Kollegen teilten für ihre
Studie das Nailaer Stadtgebiet in zwei Bereiche ein: zum einen in
einen Kreis 400 Meter um einen Mobilfunkmasten und zum anderen in
das restliche Stadtgebiet. Dann schauten sie sich an, wie viele
Krebsfälle in den beiden Kontrollfeldern diagnostiziert wurden.
Grundlage waren die Daten von 967 Patienten aus den Jahren von 1994
bis 2004 .
Die Nailaer Ärzte wollten wissen, ob sich die Nähe des
Wohnortes zum Mobilfunkmasten auf die Wahrscheinlichkeit, an Krebs
zu erkranken, auswirkt. Ist die Strahlung eines Mobilfunkmastes
unschädlich, dann hätte die Zahl der Krebsfälle in
den beiden untersuchten Stadtgebieten gleich hoch sein müssen.
Doch die Studie brachte ein anderes Ergebnis.
Im Innenbereich nahe beim Mast war die Krebsrate verdoppelt, die
Patienten waren bei der Diagnose einer Krebserkrankung durchschnittlich
8,5 Jahre jünger als im weiter entfernten Bereich. Deutlich
zeigte sich die Krebshäufigkeit erst in den letzten Jahren;
während bis 1999 keine Unterschiede auffielen, stieg die Krebsrate,
nur auf die vergangenen fünf Jahre berechnet, sogar um das
Dreifache.
Die Studie der Nailaer Ärzte wurde von Professor Dr. Rainer
Frentzel-Beyme, früherer Leiter des Instituts für Präventionsforschung
und Sozialmedizin an der Uni Bremen und Mitherausgeber des Deutschen
Krebsatlas, wissenschaftlich durchgesehen. In einer Stellungnahme,
die der Nailaer Bürgermeister Frank Stumpf vorlas, bescheinigt
er der Arbeit ein „erstaunlich hohes wissenschaftliches Niveau".
Die Auswahl der Daten halte einer kritischen Bewertung stand. Auffallend
findet der Medizinprofessor die hohe Zahl an Krebserkrankungen bei
Jüngeren in der Nähe des Mobilfunkmastes. Weitere Begleituntersuchungen
seien notwendig. Abschließend kam Frentzel-Beyme, der mit
Arbeiten zur Auswirkung von Mobilfunkstrahlung bekannt geworden
ist, zu dem deutlichen Ergebnis: „Bis zum Vorliegen eines
endgültigen Ergebnisses sollte...für eine Abschaffung
des Senders gesorgt werden."
Bevor Dr. Eger die Ergebnisse der Studie vorstellte, ging er auf
andere kritische Untersuchungen zum Thema ein. So stellte er die
so genannte Reflex-Studie vor, bei der Zellkulturen mit elektromagnetischen
Feldern – wie sie der Mobilfunk erzeugt – unterschiedlicher
Frequenz bestrahlt wurden. Nach Ergebnissen dieser Studie, die noch
nicht vollständig veröffentlicht ist, können diese
Felder Chromosomen schädigen, indem sie Brüche verursachen.
Wie dies zustande kommt, ist den Forschern allerdings noch unklar.
Dr. Gunar Krenzer vom Landesamt für Umweltschutz in Augsburg
und dort zuständig für Mobilfunk, bezweifelte in Naila
den wissenschaftlichen Wert beider Studien. In Stellungnahmen, die
aus dem Publikum vielfach mit Missfallen kommentiert wurden, regte
er weitere Forschungen an.
Eine Kurzfassung der Nailaer Ärztestudie bekommt man zum Preis
von 10,- € in der Stadtverwaltung Naila, Telefon 09282/6831,
mail at naila.de
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